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Hautpflege und Sonnencreme: Dr. Luise Berger erklärt beliebte Irrtümer

Sie ist eine der renommiertesten plastischen Chirurginnen des Landes und zählt zu den bekanntesten Ärztinnen in München. Dr. Luise Berger rückt aber auch die optimale Hautpflege in den Fokus – und weiß, welchen Schutz das Gesicht vor der (Frühlings-)Sonne braucht.

17. Juni 2024

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Der Beauty-Markt boomt – nicht nur bei Botox und Fillern! Hautpflegeprodukte werden immer häufiger nachgefragt – und auch von Dermatologen und Schönheitschirurgen angeboten.

Auch die bekannte Plastische Chirurgin Dr. Luise Berger bestätigt diesen Trend. Immer mehr Ärzte setzen auf eigene Skincare-Linien. Das Bewusstsein für die Gesundheit und optimale Hautpflege ist stark angestiegen.

Beauty-Doc und Hautpflege-Expertin Dr. Luise Berger im Interview 

Was gilt es beim ersten richtigen Sonnenbad des Jahres zu beachten? Wie häufig sollte man sich an der Isar eincremen? Welche Sonnencremes verursachen fettige Haut und Pickel? Die AZ hat mit Dr. Luise Berger gesprochen.

AZ: Warum ist gerade die Frühlingssonne besonders gefährlich? 
DR. LUISE BERGER: Die Frühlingssonne ist trügerisch, weil die Intensität der UV-Strahlung bereits stark ist, auch wenn es noch kühl sein kann. Dies führt oft dazu, dass der Sonnenschutz vernachlässigt wird, obwohl die Haut nach dem Winter besonders empfindlich ist.

"Frühlingssonne ist trügerisch": Schutz vor UV-Strahlung auch bei niedrigen Temperaturen

"15 Minuten sonnen ohne eincremen, ist okay", sagte man früher gern. Wie sehen Sie das?
Diese Empfehlung ist völlig überholt! Heute weiß man, dass bereits eine kurze Sonnenexposition ohne Schutz die Haut schädigen kann. Um langfristige Beeinträchtigungen zu vermeiden, sollte deshalb immer ein ausreichender Sonnenschutz verwendet werden.

Auch bei der Tagescreme?
Eine effektive Tagescreme sollte hochwirksame UVA- und UVB, Blaulicht- und Infrarot-Filter enthalten. Antioxidantien wie Vitamin E und Resveratrol sind ebenfalls wichtig, da sie die Haut vor freien Radikalen schützen können.

Zu welchem Lichtschutzfaktor sollte man greifen, wenn man einen kompletten Tag an der Isar verbringt? 
Ein Sonnenschutz von mindestens Lichtschutzfaktor (LSF) 50 ist empfehlenswert. Allerdings kann kein Sonnenschutzmittel 100-prozentigen Schutz bieten und Produkte mit hohem LSF können Inhaltsstoffe enthalten, die der Gesundheit oder Umwelt schaden. Man sollte sich über die Zusammensetzung der Sonnencreme informieren. Ich rate grundsätzlich davon ab, sich in die pralle Sonne zu legen. Man sollte sich lieber einen schönen Schattenplatz suchen sowie eine Sonnenbrille, einen Hut und wenn möglich, langärmlige Kleidung tragen.

Häufigkeit und Benutzung von Sonnencreme: Beispiel-Rechnung einfach erklärt

Wie oft sollte man sich eincremen?
Ich empfehle, alle zwei Stunden Sonnencreme nachzulegen, da Wasser und Schweiß den Schutz abtragen können. Jeder Mensch hat eine individuelle Eigenschutzzeit, die angibt, wie lange man sich ungeschützt sonnen kann. Ein LSF von 30 verlängert die Eigenschutzzeit von zum Beispiel zehn Minuten auf 300 Minuten, also fünf Stunden. Man sollte wissen, dass weiteres Nachcremen die Schutzzeit nicht verlängert, sondern nur dafür sorgt, dass der Schutz auf dem ursprünglichen Niveau erhalten bleibt.

Sonnencreme mit Bräunungsbeschleuniger kann Risiko für Hautschäden erhöhen

Was halten Sie von Sonnencremes mit Bräunungsbeschleunigern? 
Diese erhöhen die Melaninproduktion, was paradoxerweise das Risiko für Hautschäden steigern kann. Die verstärkte Bräunung verleitet oft zu längeren Sonnenbädern, da man sich fälschlicherweise sicher fühlt, was das Risiko von Hautschäden erhöht. 

Unreine Haut wegen Sonnencreme? Darauf muss man achten

Warum verursachen viele Sonnencremes Pickel?
Sonnencremes können fettige und unreine Haut verursachen, weil sie Inhaltsstoffe enthalten, die die Poren verstopfen. Besonders ölbasierte Formeln legen eine dichte Schicht auf der Haut, die die natürliche Ölregulierung stören kann.

Wie kann man unreine Haut durch fettige Sonnencreme vermeiden?
Um Unreinheiten zu vermeiden, ist es sinnvoll, Produkte zu wählen, die speziell für empfindliche oder zu Akne neigende Haut entwickelt wurden. Wähle eine Sonnencreme, die als "nicht-komedogen" gekennzeichnet ist, um das Risiko von verstopften Poren zu minimieren. Auch eine gründliche Reinigungsroutine ist wichtig. Diese besteht aus einem sanften Reinigungsschaum gefolgt von einem Tonic, sowie regelmäßige, sanfte Enzympeelings, um abgestorbene Hautzellen zu entfernen und die Haut vor Unreinheiten zu bewahren.